Hüfte

ANATOMIE


Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk, welches von der Hüftpfanne (Becken) und dem Hüftkopf (Oberschenkelknochen) gebildet wird. Zur Pfanne gehört noch die Gelenklippe (knorpelige Substanz), um die Gelenkfläche zu vergrößern. Eine Vielzahl an Muskeln und Sehnen umgibt das Hüftgelenk und ist für die Bewegungen zwischen Becken/Rumpf und Beinen verantwortlich. Bänder zwischen den Knochen erhöhen die Stabilität des Gelenkes

ERKRANKUNGEN


Mit Abstand steht die Abnutzung des Hüftgelenkes (Koxarthrose) an erster Stelle der Erkrankungen, aber auch entzündliche Prozesse wie Rheuma oder Gicht sind verantwortlich für die Beschwerden im Hüftgelenk. Im Kindesalter gibt es Infektionen (meist durch Viren), die stärkste Schmerzen verursachen, der sogenannte Hüftschnupfen.
Bestehen Schmerzen im Hüftgelenk, ist aber eine Abnutzung im Röntgenbild noch nicht zu sehen, so sind oft Einklemmungssyndrome sogenannte Impingements dafür verantwortlich. Knochenwülste am Schenkelhals (Bumps) engen den Bewegungsumfang in der Hüfte schmerzhaft ein, das nennt man CAM-Impingement. Aber auch Knochenfortsätze der Pfanne können diese Einklemmungen verursachen, das nennt man denn Pinzer-Impingement.
Es gibt aber auch hüftfremde Ursachen die sehr ähnliche Beschwerden machen wie die Arthrose oder Einklemmungssyndrome, so kann die Lendenwirbelsäule in den Segmenten L1/L2 auch sehr lokalisierte Leistenschmerzen einseitig verursachen, oder eine Abnutzung im hinteren Beckenring im Iliosakralgelenk (ISG) strahlt nach vorne aus.

VERLETZUNGEN


In höherem Alter ist der Knochenbruch des hüftgelenksnahen Oberschenkels sehr häufig. Man unterscheidet verschiedene Bruchlokalisationen (mediale Schenkelhalsfraktur, laterale Schenkelhalsfraktur, pertrochantäre Femurfraktur, subtrochantäre Femurfraktur). Sehr selten sind Brüche des Beckens und des Beckenringes.

THERAPIEN


Als Mitglied der ICRS der International Cartilage Repair Society, ist es unser oberstes Ziel, das Gelenk zu erhalten. Um eine künstliche Hüfte zu vermeiden, gibt es bestimmte Einlagen, Abrollhilfen, Krankengymnastik und Knorpelschutztherapien. Diese sind sehr gut geeignet das Voranschreiten einer Arthrose zu verhindern oder bei Knorpelschäden entsprechenden Grades sogar wieder zu verbessern. Bei Einklemmungssyndromen kann man mit einem minimalinvasiven Eingriff (Schlüssellochtechnik)  die Ursache beseitigen ohne künstliche Teile einzubauen.
Die Entscheidung zu einem künstlichen Gelenk muss der Patient selber treffen. Wenn die Schmerzen zu stark werden und die Gehstrecke so klein geworden ist, dass sie in den Aktivitäten des täglichen Lebens stark einschränkt ( jeden Tag mehrmals ein Schmerzmittel und Gehstrecke < 500m), dann raten wir zu einem künstlichen Gelenk.
Muss ein künstliches Gelenk implantiert werden, so gilt auch hier ganz individuell den Implantat-Typ und das Implantierungsverfahren auf den jeweiligen Patienten abzustimmen. Hier spielen Patientenalter, Patientengewicht, Patientengröße, Schenkelhalswinkel (CCD-Winkel), Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Osteoporose oder Rheuma große Rollen. Die Implantatgrößen werden nach speziellen Röntgenbildern mit einer Referenzkugel am Computer geplant, auch eine Planung mit CT-Bildern kann durchgeführt werden.
Bei der Versorgung von Verletzungen gilt ebenso: Wenn möglich das natürliche Gelenk erhalten. Die modernen Operationsverfahren und Implantate erlauben eine Stabilisierung des Bruches über sehr kleine Schnitte und anschließend darf das Bein in den meisten Fällen sofort wieder voll belastet werden.

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